Womuka
Irgendwo zwischen Faxebier auf dem Festivalcampingplatz, während man den Headliner verpasst, und Vernissage im alternativen Künstlerviertel der Münsteraner Avantgarde liegt ein Wohnzimmer. Und in diesem Wohnzimmer spielt eine Band. Eine Band, deren Name nicht mal ein richtiges Wort ist und die in Zeiten von Autotune und 808 noch nicht mal ein richtiges Schlagzeug dabei hat. Doch das scheint die laut mitfeiernden weiteren Besucher dieses Wohnzimmers wenig zu stören. Die Band heißt Womuka, oder „Die Wohnzimmermusikanten“. Aber letzteres ist zu lang, um auf Festivalplakaten ganz oben zu stehen. Doch da steht man vermutlich sowieso niemals, wenn man im Jahr 2026 noch in Wohnzimmern auftritt. Aber wen interessiert schon, was man heute so macht. Hier scheinbar keinen. Dort, wo sonst schrille Synthies klingen, gibt es bei Womuka ehrliche Lagerfeuerakkorde aus der Westerngitarre. Und da, wo Vocoder und Autotune alle Fehler glattziehen, beweisen die drei Musiker nicht nur tonal immer wieder Mut zur Lücke. Denn bei Womuka geht es nicht um Perfektion oder Raffinesse, sondern meist eher darum, wer den besten Gag macht oder wer die meisten Mitsingparts in den Songs unter bekommt. Und das funktioniert nun seit fast 10 Jahren ziemlich erfolgreich auf Festivalbühnen genauso gut wie in Wohnzimmern.
Bild: Mußenbrock Hüsing